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Warum ich Atheist geworden bin

von Denny R. Walter
(Oktober 2007 und spätere Ergänzungen)

Einleitung

Seit 1998 war ich praktizierender Gottgläubiger, doch ich habe meinen Glauben verloren. Wieso das so ist, möchte ich hier darlegen.

Ich werde mich mit meinen Begründungen ausschließlich auf den Tanach (die hebräische Bibel, das Alte Testament), genauer gesagt auf die Torah (die fünf Bücher Mose) beziehen.
Daß ich das Neue Testament nicht berücksichtige, kommt daher, weil ich meinen christlichen Glauben schon vorher abgelegt habe, nachdem ich herausfand, daß das Christentum nicht die wahre Religion sein kann. Und daß mein Hauptaugenmerk auf der Torah statt auf dem ganzen Tanach liegt, hängt damit zusammen, daß die Torah die wichtigste Schrift der hebräischen Bibel und außerdem der kleinste gemeinsame Nenner der Glaubensgemeinschaften der Juden, Christen, Samaritaner etc. ist.

Im Oktober 2007 habe ich die Torah mal wieder gelesen, um zu überprüfen, ob bestimmte Kritik an den biblischen Schriften gerechtfertigt ist. Das letzte Mal, daß ich die fünf Bücher Mose gelesen hatte, war bereits Jahre her, zu einer Zeit, als ich noch in der Kirche und noch nicht so kritisch war.

Ich nahm mir also die ersten fünf Bücher der Bibel vor und fand tatsächlich Stellen, die mich ernsthaft an der Inspiration dieser Schriften zweifeln lassen. Und wenn die Torah nicht inspiriert ist, dann gibt es für mich auch keinen Grund mehr, an Gott zu glauben, denn sein Gesetz, das in diesen Büchern niedergeschrieben ist, ist die Grundlage des gesamten Judentums, welche ja die ursprüngliche Religion ist, die an den einen Gott Jahwe glaubt. Und es wurde in den späteren Prophetenschriften nie eine Korrektur des Gesetzes vorgenommen. Die Propheten haben den Juden nie vorgehalten, die Torah gefälscht und geändert zu haben. Das heißt also, mit der Glaubwürdigkeit des jüdischen Gesetzes steht und fällt für mich der Glaube an Gott.

Ich werde nun einige Bibelstellen nennen, die mir zeigen, daß die Torah nur das Werk von Menschen ist, die in antiken Zeiten lebten, und nicht das ewige Wort eines allmächtigen, allwissenden und ewigen Gottes.

Ich vertrat immer schon die Philosophie, daß man den Glauben an Gott nicht an der Frage festmachen kann, ob seine Aktionen einem gefallen.
Ich kann also Leute nicht verstehen, die sagen: „Wenn Gott kein liebender Gott ist, kann ich nicht an ihn glauben.“ Das mag ein Argument bei der Frage sein, ob ich ihn anbete, aber die Frage nach seiner Existenz kann ich nicht davon abhängig machen, ob ich ihn mag. Selbst wenn die Bibel ihn als Tyrannen, der jeden nach seinem Tod in die Hölle wirft, darstellen würde, so würde diese Tatsache allein noch nicht die Glaubwürdigkeit seiner Existenz herabsetzen.
Die Frage, wie realistisch Gottes Existenz ist, ist nicht proportional zur Güte seines dargestellten Charakters. Ich mag zum Beispiel George W. Bush nicht, aber trotzdem kann ich ja jetzt nicht sagen, ich glaube nicht daran, daß er der Präsident der Vereinigten Staaten ist (oder daß er existiert). Und genauso kann man nicht sagen, daß man nicht an Gottes Existenz glaubt, nur weil einem sein Charakter nicht gefällt.
Deshalb habe ich mich bemüht, meine Argumente nicht emotional, sondern logisch zu wählen. Ich suchte also nicht nach Bibelversen, in denen ich sein Verhalten nicht gutheißen kann, sondern ich suchte nach Versen, die mir rein von der rationalen Seite zeigen, daß hier nicht der Schöpfer des Universums am Werk war, sondern ein Mensch der Antike.

Gut, beginnen wir.

Die 10 Gebote

1 Und Gott redete alle diese Worte:
2 Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.
3 Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
4 Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist:
5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen,
6 aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.
7 Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht.
8 Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest.
9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun.
10 Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt.
11 Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.
12 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.
13 Du sollst nicht töten.
14 Du sollst nicht ehebrechen.
15 Du sollst nicht stehlen.
16 Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
17 Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.
(2. Mose 20:1–17)

Dies sind die 10 Gebote, die später auf die steinernen Tafeln kommen. Von den Tafeln ist hier zwar noch nicht die Rede, aber Mose bestätigt es an anderer Stelle:

1 Und Mose rief ganz Israel zusammen und sprach zu ihnen: Höre, Israel, die Gebote und Rechte, die ich heute vor euren Ohren rede, und lernet sie und bewahrt sie, daß ihr danach tut!
2 Der HERR, unser Gott, hat einen Bund mit uns geschlossen am Horeb
3 und hat nicht mit unsern Vätern diesen Bund geschlossen, sondern mit uns, die wir heute hier sind und alle leben.
4 Er hat von Angesicht zu Angesicht mit euch aus dem Feuer auf dem Berge geredet.
5 Ich stand zu derselben Zeit zwischen dem HERRN und euch, um euch des HERRN Wort zu verkündigen; denn ihr fürchtetet euch vor dem Feuer und gingt nicht auf den Berg. Und er sprach:
6 Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat, aus der Knechtschaft.
7 Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
8 Du sollst dir kein Bildnis machen in irgendeiner Gestalt, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist.
9 Du sollst sie nicht anbeten noch ihnen dienen. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen,
10 aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.
11 Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht.
12 Den Sabbattag sollst du halten, daß du ihn heiligest, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat.
13 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun.
14 Aber am siebenten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Rind, dein Esel, all dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt, auf daß dein Knecht und deine Magd ruhen gleichwie du.
15 Denn du sollst daran denken, daß auch du Knecht in Ägyptenland warst und der HERR, dein Gott, dich von dort herausgeführt hat mit mächtiger Hand und ausgerecktem Arm. Darum hat dir der HERR, dein Gott, geboten, daß du den Sabbattag halten sollst.
16 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat, auf daß du lange lebest und dir’s wohlgehe in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.
17 Du sollst nicht töten.
18 Du sollst nicht ehebrechen.
19 Du sollst nicht stehlen.
20 Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
21 Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Acker, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was sein ist.
22 Das sind die Worte, die der HERR redete zu eurer ganzen Gemeinde auf dem Berge, aus dem Feuer und der Wolke und dem Dunkel mit großer Stimme, und tat nichts hinzu und schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln und gab sie mir.
(5. Mose 5:1–22)

Nun fällt als erstes auf, daß Mose die Gebote nicht ganz korrekt wiedergibt. Vor allem das Sabbatgebot unterschiedet sich in seiner Begründung. Aber naja, Mose ist ein Mensch, dem kann man das vielleicht noch nachsehen. Immerhin sind zwischen der Verkündigung der 10 Gebote durch Gott und dieser Abschiedsrede von Mose 40 Jahre vergangen.
Gott selbst dagegen sollte nicht so vergeßlich sein. Trotzdem ist er es. Und das gerade mal kurze Zeit nach der Verkündigung der 10 Gebote, nämlich zu der Zeit, als ein zweites Mal steinerne Tafeln angefertigt werden, weil Mose die ersten beiden zerbrochen hat:

1 Und der HERR sprach zu Mose: Haue dir zwei steinerne Tafeln zu, wie die ersten waren, daß ich die Worte darauf schreibe, die auf den ersten Tafeln standen, welche du zerbrochen hast.
2 Und sei morgen bereit, daß du früh auf den Berg Sinai steigest und dort zu mir tretest auf dem Gipfel des Berges.
3 Und laß niemand mit dir hinaufsteigen; es soll auch niemand gesehen werden auf dem ganzen Berge. Auch kein Schaf und Rind laß weiden gegen diesen Berg hin.
4 Und Mose hieb zwei steinerne Tafeln zu, wie die ersten waren, und stand am Morgen früh auf und stieg auf den Berg Sinai, wie ihm der HERR geboten hatte, und nahm die zwei steinernen Tafeln in seine Hand.
5 Da kam der HERR hernieder in einer Wolke, und Mose trat daselbst zu ihm und rief den Namen des HERRN an.
6 Und der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber, und er rief aus: HERR, HERR, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue,
7 der da Tausenden Gnade bewahrt und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde, aber ungestraft läßt er niemand, sondern sucht die Missetat der Väter heim an Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte Glied!
8 Und Mose neigte sich eilends zur Erde und betete an
9 und sprach: Hab ich, HERR, Gnade vor deinen Augen gefunden, so gehe der Herr in unserer Mitte, denn es ist ein halsstarriges Volk; und vergib uns unsere Missetat und Sünde und laß uns dein Erbbesitz sein.
10 Und der HERR sprach: Siehe, ich will einen Bund schließen: Vor deinem ganzen Volk will ich Wunder tun, wie sie nicht geschehen sind in allen Landen und unter allen Völkern, und das ganze Volk, in dessen Mitte du bist, soll des HERRN Werk sehen; denn wunderbar wird sein, was ich an dir tun werde.
11 Halte, was ich dir heute gebiete. Siehe, ich will vor dir her ausstoßen die Amoriter, Kanaaniter, Hetiter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter.
12 Hüte dich, einen Bund zu schließen mit den Bewohnern des Landes, in das du kommst, damit sie dir nicht zum Fallstrick werden in deiner Mitte;
13 sondern ihre Altäre sollst du umstürzen und ihre Steinmale zerbrechen und ihre heiligen Pfähle umhauen;
14 denn du sollst keinen andern Gott anbeten. Denn der HERR heißt ein Eiferer; ein eifernder Gott ist er.
15 Hüte dich, einen Bund zu schließen mit den Bewohnern des Landes, damit sie, wenn sie ihren Göttern nachlaufen und ihnen opfern, dich nicht einladen und du von ihrem Opfer essest
16 und damit du für deine Söhne ihre Töchter nicht zu Frauen nehmest und diese dann ihren Göttern nachlaufen und machen, daß deine Söhne auch ihren Göttern nachlaufen!
17 Du sollst dir keine gegossenen Götterbilder machen.
18 Das Fest der Ungesäuerten Brote sollst du halten. Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen, wie ich dir geboten habe, zur Zeit des Monats Abib; denn im Monat Abib bist du aus Ägypten gezogen.
19 Alle Erstgeburt ist mein, alle männliche Erstgeburt von deinem Vieh, es sei Stier oder Schaf.
20 Aber den Erstling des Esels sollst du mit einem Schaf auslösen. Wenn du ihn aber nicht auslöst, so brich ihm das Genick. Alle Erstgeburt unter deinen Söhnen sollst du auslösen. Und daß niemand vor mir mit leeren Händen erscheine!
21 Sechs Tage sollst du arbeiten; am siebenten Tage sollst du ruhen, auch in der Zeit des Pflügens und des Erntens.
22 Das Wochenfest sollst du halten mit den Erstlingen der Weizenernte, und das Fest der Lese, wenn das Jahr um ist.
23 Dreimal im Jahr soll alles, was männlich ist, erscheinen vor dem Herrscher, dem HERRN, dem Gott Israels.
24 Denn ich werde die Heiden vor dir ausstoßen und dein Gebiet weit machen, und niemand soll dein Land begehren, während du dreimal im Jahr hinaufgehst, um vor dem HERRN, deinem Gott, zu erscheinen.
25 Du sollst das Blut meines Opfers nicht darbringen zugleich mit dem Sauerteig, und das Opfer des Passafestes soll nicht über Nacht bleiben bis zum Morgen.
26 Das Beste von den ersten Früchten deines Ackers sollst du in das Haus des HERRN, deines Gottes, bringen. Du sollst das Böcklein nicht kochen in seiner Mutter Milch.
27 Und der HERR sprach zu Mose: Schreib dir diese Worte auf; denn aufgrund dieser Worte habe ich mit dir und mit Israel einen Bund geschlossen.
28 Und er war allda bei dem HERRN vierzig Tage und vierzig Nächte und aß kein Brot und trank kein Wasser. Und er schrieb auf die Tafeln die Worte des Bundes, die Zehn Worte.
(2. Mose 34:1–28)

Diese Gesetze sind völlig anders als die, die beim ersten Mal und im 5. Buch Mose genannt wurden, und trotzdem werden sie als Worte des Bundes (Vers 27) bezeichnet, die auf die Tafeln geschrieben wurden (Vers 28). Wie kann das sein? Kann sich Gott nicht mehr erinnern, welche Gesetze auf den ersten Tafeln standen, so daß er sich schnell mal neue ausdenken mußte?

Sündenbestrafung

[…] Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen
(2. Mose 20:5)

Die Väter sollen nicht für die Kinder noch die Kinder für die Väter sterben, sondern ein jeder soll für seine Sünde sterben.
(5. Mose 24:16)

Wie hält es Gott nun mit der Sünde? Werden die Kinder für die Sünden der Eltern bestraft oder nicht? Das ganze ist ziemlich uneindeutig für ein göttliches Gesetz.

Kleines Getier

20 Auch alles kleine Getier, das Flügel hat und auf vier Füßen geht, soll euch ein Greuel sein.
21 Doch dies dürft ihr essen von allem, was sich regt und Flügel hat und auf vier Füßen geht: was oberhalb der Füße noch zwei Schenkel hat, womit es auf Erden hüpft.
(3. Mose 11:20–21)

Es werden hier zwei Arten von kleinem Getier (Insekten etc.) genannt: Das mit vier und das mit sechs Füßen.
Nun, ich bin kein Biologe, aber soweit ich informiert bin, gibt es keine insektenähnlichen Tiere, die vier Beine haben. Ein Gott hätte das wissen müssen.

Aussatz

1 Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach:
2 Wenn bei einem Menschen an seiner Haut eine Erhöhung oder ein Ausschlag oder ein weißer Flecken entsteht und zu einer aussätzigen Stelle an der Haut wird, soll man ihn zum Priester Aaron führen oder zu einem unter seinen Söhnen, den Priestern.
3 Und wenn der Priester die Stelle an der Haut sieht, daß die Haare dort weiß geworden sind und die Stelle tiefer ist als die übrige Haut, so ist es eine aussätzige Stelle. Wenn der Priester das an ihm sieht, soll er ihn unrein sprechen.
4 Wenn aber ein weißer Flecken an seiner Haut ist und doch die Stelle nicht tiefer anzusehen ist als die übrige Haut und die Haare nicht weiß geworden sind, so soll der Priester ihn einschließen sieben Tage
5 und am siebenten Tage besehen. Ist es so, daß die Stelle geblieben ist, wie er sie zuvor gesehen hat, und hat nicht weitergefressen auf der Haut, so soll ihn der Priester abermals sieben Tage einschließen.
6 Und wenn er ihn erneut nach sieben Tagen besieht und findet, daß die Stelle blaß geworden ist und nicht weitergefressen hat auf der Haut, so soll er ihn rein sprechen; denn es ist nur ein Ausschlag. Und er soll seine Kleider waschen, so ist er rein.
7 Wenn aber der Ausschlag weiterfrißt auf der Haut, nachdem er vom Priester besehen worden ist, ob er rein sei, und er wird nun erneut vom Priester besehen
8 und wenn der Priester dann sieht, daß der Ausschlag weitergefressen hat auf der Haut, so soll er ihn unrein sprechen; es ist Aussatz.
9 Wenn an einem Menschen eine aussätzige Stelle ist, so soll man ihn zum Priester bringen.
10 Wenn der sieht und findet, daß eine weiße Erhöhung auf der Haut ist und die Haare dort weiß geworden sind und wildes Fleisch in der Erhöhung ist,
11 so ist es schon alter Aussatz auf seiner Haut. Darum soll ihn der Priester unrein sprechen und nicht erst einschließen; denn er ist schon unrein.
12 Wenn aber Aussatz ausbricht auf der Haut und bedeckt die ganze Haut, vom Kopf bis zum Fuß, alles, was dem Priester vor Augen sein mag,
13 und wenn der Priester ihn dann besieht und findet, daß der Aussatz den ganzen Leib bedeckt hat, so soll er ihn rein sprechen, weil alles an ihm weiß geworden ist; er ist rein.
14 Findet sich aber wildes Fleisch an dem Tage, da er besehen wird, so ist er unrein.
15 Und wenn der Priester das wilde Fleisch besieht, soll er ihn unrein sprechen, denn das wilde Fleisch ist unrein; es ist Aussatz.
16 Verändert sich aber das wilde Fleisch und wird wieder weiß, so soll er zum Priester kommen.
17 Und wenn ihn der Priester besieht und findet, daß die Stelle weiß geworden ist, soll er ihn rein sprechen; er ist rein.
18 Wenn jemand auf der Haut ein Geschwür bekommt und es heilt wieder,
19 danach aber an derselben Stelle eine weiße Erhöhung oder ein weißrötlicher Flecken entsteht, so soll er vom Priester besehen werden.
20 Wenn dann der Priester sieht, daß die Stelle tiefer anzusehen ist als die übrige Haut und das Haar dort weiß geworden ist, so soll er ihn unrein sprechen; es ist Aussatz, der in dem Geschwür ausgebrochen ist.
21 Sieht aber der Priester und findet, daß die Haare nicht weiß sind und die Stelle nicht tiefer ist als die übrige Haut und blaß geworden ist, so soll er ihn sieben Tage einschließen.
22 Frißt es weiter auf der Haut, so soll er ihn unrein sprechen; es ist eine aussätzige Stelle.
23 Bleibt aber der weiße Flecken so stehen und frißt nicht weiter, so ist es die Narbe von einem Geschwür, und der Priester soll ihn rein sprechen.
24 Wenn sich jemand an der Haut verbrennt und das Brandmal weißrötlich oder weiß ist
25 und der Priester es besieht und findet das Haar weiß geworden an dem Brandmal und die Stelle erscheint tiefer als die übrige Haut, so ist es Aussatz, der in dem Brandmal ausgebrochen ist. Darum soll ihn der Priester unrein sprechen; es ist eine aussätzige Stelle.
26 Sieht aber der Priester und findet, daß die Haare am Brandmal nicht weiß geworden sind und es nicht tiefer ist als die übrige Haut und dazu blaß geworden ist, so soll er ihn sieben Tage einschließen,
27 und am siebenten Tage soll er ihn besehen. Hat es weitergefressen auf der Haut, so soll er ihn unrein sprechen; es ist eine aussätzige Stelle.
28 Ist aber der Flecken stehengeblieben und hat nicht weitergefressen auf der Haut und ist dazu blaß geworden, so ist es nur die Erhöhung eines Brandmals. Und der Priester soll ihn rein sprechen; denn es ist die Narbe eines Brandmals.
29 Wenn ein Mann oder eine Frau auf dem Kopf oder am Bart eine Stelle hat
30 und der Priester die Stelle besieht und findet, daß sie tiefer aussieht als die übrige Haut und das Haar dort goldgelb und dünn ist, so soll er ihn unrein sprechen; denn es ist Grind, das ist der Aussatz des Kopfes oder des Bartes.
31 Sieht aber der Priester, daß der Grind nicht tiefer anzusehen ist als die Haut, aber das Haar dort nicht schwarz ist, soll er ihn sieben Tage einschließen.
32 Und wenn er ihn am siebenten Tage besieht und findet, daß der Grind nicht weitergefressen hat und kein goldgelbes Haar da ist und der Grind nicht tiefer aussieht als die übrige Haut,
33 so soll er sich scheren, doch so, daß er die grindige Stelle nicht schere; und der Priester soll ihn abermals sieben Tage einschließen.
34 Und wenn er ihn am siebenten Tage besieht und findet, daß der Grind nicht weitergefressen hat auf der Haut und nicht tiefer aussieht als die übrige Haut, so soll ihn der Priester rein sprechen; und er soll seine Kleider waschen, so ist er rein.
35 Frißt aber der Grind weiter auf der Haut, nachdem er rein gesprochen ist,
36 und der Priester besieht ihn und findet, daß der Grind weitergefressen hat auf der Haut, so soll er nicht mehr danach fragen, ob die Haare goldgelb sind; denn er ist unrein.
37 Ist es aber vor Augen, daß der Grind stehengeblieben und schwarzes Haar dort aufgegangen ist, so ist der Grind heil, und er ist rein. Darum soll ihn der Priester rein sprechen.
38 Wenn bei einem Mann oder einer Frau auf der Haut weiße Flecken entstehen
39 und der Priester besieht es und es sind blasse weiße Flecken, so ist es ein gutartiger Ausschlag, der auf der Haut ausgebrochen ist; er ist rein.
40 Wenn einem Mann die Haupthaare ausfallen, daß er am Hinterkopf kahl wird, der ist rein.
41 Fallen sie ihm vorn am Kopf aus und entsteht eine Glatze, so ist er rein.
42 Bildet sich aber an der Glatze eine weißrötliche Stelle, so ist bei ihm Aussatz an der Glatze ausgebrochen.
43 Wenn ihn der Priester nun besieht und findet, daß eine weißrötliche Erhöhung an seiner Glatze ist, daß es aussieht wie sonst Aussatz auf der Haut,
44 so ist er aussätzig und unrein, und der Priester soll ihn unrein sprechen; er hat Aussatz an seinem Kopf.
45 Wer nun aussätzig ist, soll zerrissene Kleider tragen und das Haar lose und den Bart verhüllt und soll rufen: Unrein, unrein!
46 Und solange die Stelle an ihm ist, soll er unrein sein, allein wohnen, und seine Wohnung soll außerhalb des Lagers sein.
(3. Mose 13:1–46)

Viele Leute preisen die Hygienevorschriften der Torah als überlegen gegenüber Regeln, die damals in anderen Völkern galten. Aber so sehr scheinen sich die Israeliten damals ja nicht ausgekannt zu haben. Eigentlich verständlich, wäre die Torah nicht gerade als Gesetz Gottes bekannt. Denn von Gott erwarte ich doch etwas mehr medizinische Kompetenz und Möglichkeiten, Aussatz zu heilen, statt den Aussätzigen einfach nur auszugrenzen.

Das Eifersuchtsgesetz

11 Und der HERR redete mit Mose und sprach:
12 Sage den Israeliten und sprich zu ihnen: Wenn irgendeines Mannes Frau ihm untreu wird und sich an ihm versündigt
13 und jemand bei ihr liegt und es bliebe dem Mann verborgen und es würde nicht entdeckt, daß sie unrein geworden ist, und es ist kein Zeuge wider sie da, denn sie ist nicht dabei ergriffen worden,
14 und der Geist der Eifersucht kommt über ihn, daß er auf seine Frau eifersüchtig wird, sie sei unrein oder nicht unrein:
15 so soll der Mann sie zum Priester bringen und ein Opfer ihretwegen darbringen, ein Zehntel Scheffel Gerstenmehl, und er soll kein Öl darauf gießen noch Weihrauch darauf tun. Denn es ist ein Eifersuchtsopfer, ein Erinnerungsopfer, das Schuld ans Licht bringt.
16 Und der Priester soll sie heranführen und vor den HERRN stellen
17 und heiliges Wasser nehmen in ein irdenes Gefäß und Staub vom Boden der Stiftshütte ins Wasser tun.
18 Und er soll die Frau vor den HERRN stellen und ihr Haupthaar lösen und das Erinnerungsopfer, das ein Eifersuchtsopfer ist, auf ihre Hand legen. Und der Priester soll in seiner Hand das bittere, fluchbringende Wasser haben
19 und soll die Frau beschwören und zu ihr sagen: Hat kein Mann bei dir gelegen und bist du deinem Mann nicht untreu geworden, daß du dich unrein gemacht hast, so soll dir dies bittere, fluchbringende Wasser nicht schaden.
20 Wenn du aber deinem Mann untreu geworden bist, daß du unrein wurdest, und hat jemand bei dir gelegen außer deinem Mann, –
21 so soll der Priester mit einem Verwünschungsschwur die Frau beschwören und zu ihr sagen: Der HERR mache deinen Namen zum Fluch und zur Verwünschung unter deinem Volk, dadurch, daß der HERR deine Hüfte schwinden und deinen Bauch schwellen läßt.
22 So gehe nun das fluchbringende Wasser in deinen Leib, daß dein Bauch schwelle und deine Hüfte schwinde! Und die Frau soll sagen: Amen! Amen!
23 Dann soll der Priester diese Flüche auf einen Zettel schreiben und mit dem bitteren Wasser abwaschen
24 und soll der Frau von dem bitteren, fluchbringenden Wasser zu trinken geben. Und wenn das fluchbringende, bittere Wasser in sie gegangen ist,
25 soll der Priester von ihrer Hand das Eifersuchtsopfer nehmen und als Speisopfer vor dem HERRN schwingen und auf dem Altar opfern, nämlich:
26 er soll eine Handvoll vom Speisopfer nehmen als Gedenkopfer und es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen und danach der Frau das Wasser zu trinken geben.
27 Und wenn sie das Wasser getrunken hat und unrein ist und sich an ihrem Mann versündigt hat, so wird das fluchbringende Wasser in sie gehen und ihr zum Verderben werden, daß ihr der Bauch schwellen und die Hüfte schwinden wird, und es wird die Frau zum Fluch werden unter ihrem Volk.
28 Hat sich aber eine solche Frau nicht unrein gemacht, sondern ist sie rein, so wird’s ihr nicht schaden, und sie kann schwanger werden.
29 Das also ist das Eifersuchtsgesetz: Wenn eine Frau ihrem Mann untreu ist und unrein wird
30 oder wenn der Geist der Eifersucht über einen Mann kommt und er auf seine Frau eifersüchtig wird, so stelle er sie vor den HERRN, und der Priester tue mit ihr alles nach diesem Gesetz.
31 Und der Mann soll frei sein von Schuld; aber die Frau soll ihre Schuld tragen.
(4. Mose 5:11–31)

Jeglicher Kommentar sollte hier eigentlich überflüssig sein. Glaubt irgendjemand, daß das funktioniert? Also, ich kann mir wirklich nicht vorstellen, daß diese Anweisungen vom Schöpfer des Universums kommen.

Aufgehängte

22 Wenn jemand eine Sünde getan hat, die des Todes würdig ist, und wird getötet und man hängt ihn an ein Holz,
23 so soll sein Leichnam nicht über Nacht an dem Holz bleiben, sondern du sollst ihn am selben Tage begraben – denn ein Aufgehängter ist verflucht bei Gott –, auf daß du dein Land nicht unrein machst, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe gibt.
(5. Mose 21:22–23)

Eigentlich ein schöner Text gegen das Christentum und gegen die Behauptung, Jesus sei der Sohn Gottes, aber darum geht es hier nicht.

Wie kann Gott schonmal im Vorfeld festlegen, daß ein Aufgehängter bei ihm verflucht ist? Was ist, wenn der Aufgehängte zu Unrecht verurteilt wurde? Was ist, wenn jemand einen Mitmenschen tötet und ihn an einen Baum hängt? Ist der Getötete dann verflucht bei Gott?

Es wird hier zwar eine todeswürdige Sünde zur Sprache gebracht, aber das verflucht sein bezieht sich nicht auf die Sünde generell, sondern speziell auf das Aufhängen.
Hätte der Text also so hier gelautet:
„Wenn jemand eine Sünde getan hat, die des Todes würdig ist, und wird getötet und man hängt ihn an ein Holz, so soll sein Leichnam nicht über Nacht an dem Holz bleiben, sondern du sollst ihn am selben Tage begraben – denn jemand, der eine Sünde getan hat, die des Todes würdig ist, ist verflucht bei Gott –, auf daß du dein Land nicht unrein machst, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe gibt“,
dann wäre alles klar gewesen.
Aber so, wie der Text tatsächlich dasteht, ist es nicht derjenige mit der todeswürdigen Sünde, der bei Gott verflucht ist, sondern jeder Aufgehängte. Deshalb soll einer, bei dem beides (todeswürdiges Vergehen und aufgehängt sein) zusammenkommt, nicht über Nacht hängen bleiben.

Ich weiß übrigens, daß mit verflucht sein bei Gott nicht gemeint ist, daß die entsprechende Person in die Hölle kommt, denn die Torah, genau wie der gesamte Tanach, kennt keine Hölle und auch kein Jenseits, in dem die Toten ein Bewußtsein haben. Und in der Torah wird, anders als in den späteren Schriften der hebräischen Bibel, nichtmal von einer Auferstehung der Toten ausgegangen.
Somit macht es, wenn man nur die Torah betrachtet, für den Hingerichteten praktisch gesehen keinen Unterschied mehr, ob er verflucht ist, aber es zeigt trotzdem die Unvollkommenheit Gottes, der das verflucht sein nicht mit der Sünde, sondern mit dem Aufhängen in Verbindung bringt, was zeigt, daß der Kausalitäts- und Gerechtigkeitssinn dieses Gottes eine Erfindung von Menschen ist.

Beweis der Jungfräulichkeit

13 Wenn jemand ein Mädchen zur Frau nimmt und wird ihrer überdrüssig, nachdem er zu ihr gegangen ist,
14 und legt ihr etwas Schändliches zur Last und bringt ein böses Gerücht über sie auf und spricht: Dies Mädchen hab ich geheiratet, und als ich zu ihr ging, fand ich sie nicht als Jungfrau,
15 so sollen Vater und Mutter des Mädchens die Zeichen ihrer Jungfräulichkeit nehmen und vor die Ältesten der Stadt im Tor bringen.
16 Und der Vater des Mädchens soll zu den Ältesten sagen: Ich habe diesem Mann meine Tochter zur Frau gegeben; nun ist er ihrer überdrüssig geworden
17 und legt ihr Schändliches zur Last und spricht: Ich habe deine Tochter nicht als Jungfrau gefunden. Hier aber sind die Zeichen der Jungfräulichkeit meiner Tochter. Und sie sollen die Decke vor den Ältesten der Stadt ausbreiten.
18 Und die Ältesten der Stadt sollen den Mann nehmen und züchtigen
19 und ihm eine Buße von hundert Silberstücken auferlegen und sie dem Vater des Mädchens geben, weil er über eine Jungfrau in Israel ein böses Gerücht aufgebracht hat. Und er soll sie als Frau behalten und darf sie sein Leben lang nicht entlassen.
20 Ist’s aber die Wahrheit, daß das Mädchen nicht mehr Jungfrau war,
21 so soll man sie heraus vor die Tür des Hauses ihres Vaters führen, und die Leute der Stadt sollen sie zu Tode steinigen, weil sie eine Schandtat in Israel begangen und in ihres Vaters Hause Hurerei getrieben hat; so sollst du das Böse aus deiner Mitte wegtun.
(5. Mose 22:13–21)

Ich frage mich, wieviele Jungfrauen aufgrund dieses Gesetzes gesteinigt wurden. Ein allwissender Gott sollte sich doch der Tatsache bewußt sein, daß das Jungfernhäutchen auch vor dem ersten Sex in völlig anderen Situationen reißen kann, so daß das Mädchen bei ihrem ersten Mal nicht mehr blutet. Wie kann auf den fehlenden sichtbaren Beweis der Jungfräulichkeit also die Todesstrafe stehen? (Mal ganz davon abgesehen, daß hier die übliche Beweislast umgekehrt wird und das Mädchen schuldig ist, wenn sich nichts anderes ergibt.)

Vergewaltigung

23 Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei,
24 so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sollt sie beide steinigen, daß sie sterben, die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war, den Mann, weil er seines Nächsten Braut geschändet hat; so sollst du das Böse aus deiner Mitte wegtun.
(5. Mose 22:23–24)

Was ist, wenn eine Frau bei einer Vergewaltigung zu eingeschüchtert ist, um zu schreien, oder mit einem Messer bedroht wird? Diese Möglichkeit hat Gott wohl vergessen.

Abschlußworte

Tja, das waren einige Gründe, wieso ich nicht mehr an Gott glaube: Wenn die Torah wirklich von ihm ist, wieso stehen dann dort solche altertümlichen und fehlerhaften Dinge drin?
Und wenn die Torah nicht von Gott ist, worauf sollte sich mein Glaube dann gründen? Sämtliche Propheten sowie Jesus haben die Torah als wahres Wort Gottes anerkannt. Keiner der Männer der Bibel hat je eine Offenbarung Gottes gebracht, die die Torah als verfälscht darstellt.
Wenn nun jeder Prophet die Torah anerkennt, diese aber letztendlich nicht von Gott sein kann, können diese Propheten auch nicht von ihm sein, und damit ist für mich jede Grundlage genommen, überhaupt an Gott zu glauben.

Sollte ich mich mit allem hier doch irren, dann ist mein Abwenden von Gott eigentlich trotzdem nicht falsch, denn ich wurde unehelich geboren und es steht geschrieben:

Es soll auch kein Bastard in die Gemeinde des HERRN kommen; auch seine Nachkommenschaft bis ins zehnte Glied soll nicht in die Gemeinde des HERRN kommen.
(5. Mose 23:3)

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